DIE KERNFORSCHER

Kapitel 11: Wir sind eine Familie 22. November 2016

Manfred betrat den Technikraum, in dem emsiges Gedränge herrschte. Während Florian vor dem Hauptrechner saß und hektisch auf der Tastatur herumhämmerte, hatte Curtis die Bildregie übernommen und war gerade dabei, zwischen einigen Kamerabildern hin und her zu schalten. Manche von ihnen sahen etwas verwackelt aus und Manfred wurde klar, dass jetzt mehrere Live-Streams im Spiel waren, die die Gäste im Studie mit ihren Smartphones aufnahmen.

Vor den heruntergelassenen Jalousien stand James und wippte nervös. Sein Smartphone am Ohr lauschte er hoch konzentriert dem Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung. Dabei schüttelte er unaufhörlich den Kopf. Neben ihm standen Franka, Lars und Mareike Janssen, bemüht, auch nicht die kleinste Regung in seinem Gesicht zu verpassen. Anabel saß in der Ecke und blätterte in einem von Curtis Tattoo-Magazinen.

“Was geht hier vor?”, wollte Manfred wissen, doch James und Franka zischten ihn gleichzeitig an und legten beschwörend den Finger auf dem Mund. Franka trat einen Schritt auf ihn zu und formte ihre Hände zu einer Flüstertüte: “Das ist Schmidt…”, wisperte sie. Erst jetzt bemerkte er, dass es mucksmäuchen still im Raum war. So leise, dass die Lüfter der drei Computer und Florians Klappern auf der Tastatur die einzigen Geräusche waren. “Etwa Kevin Schmidt?”, flüsterte nun auch er. James nickte aufgebracht. “Und was will er?” “Das wissen wir nicht…”, raunte ihm jetzt Mareike Janssen zu und ihr Mann zuckte mit den Achseln: “Warum flüstern hier alle?”, Janssen gab sich keinerlei Mühe, die Stimmen zu senken. “Herr Janssen, kommen Sie bitte kurz mit auf den Gang? Ich kann Ihnen alles erklären”, bat Manfred und verstellte nun seine Stimme auch nicht mehr. Er winkte die Janssens heran und ging mit ihnen nach draußen. “Das interessiert mich nicht im geringsten…”, hörten sie James noch, bevor er die Tür schloss.

22:07 Uhr

“Was war denn das eben? Als Herr Bridge den Anruf bekam, stürzten alle auf einmal in den dunklen Raum”. Dr. Janssen wirkte desorientiert und auch seine Frau sah etwas ratlos aus. “Das war Kevin Schmidt. Ein ehemaliger Mitarbeiter von uns…”, fing Manfred an und stellte sich mit den beiden an die große Studioglasscheibe. “Herr Schmidt war der junge Mann, der uns diesen unangenehmen Abend im Frühjahr beschert hat…”

“Ach DIESEN Schmidt meinen sie? Den, der jetzt bei Míngrì sitzt?”, Mareike Janssen erinnerte sich und ihre krause Stirn glättete sich. “Ja, genau der”, dafür legte jetzt Manfred seine Stirn in Falten. “Und was er wollte, kann ich mir schon denken”. “Aber was hat der denn mit Ihnen noch zu schaffen? Meines Wissens führen wir seither einen unappetitlichen Rechtsstreit mit diesem Unternehmen. Doch ansonsten haben Sie doch nichts mehr mit denen zu tun, oder?” Dr. Janssen musterte ihn für den Bruchteil einer Sekunde, dann sah er wieder durch das Glas ins Studio hinein. Offensichtlich versuchte er die Puzzlesteine zusammenzusetzen.

Manfred überlegte kurz, die beiden zu beschwichtigen und mit irgendeiner Geschichte abzulenken, dann aber entschloss er sich, sie einzuweihen: “So ganz sind wir den Schmidt anscheinend noch nicht losgeworden. Um ganz ehrlich zu sein, machen er und Míngrì uns schon den ganzen Tag hier die Hölle heiß. Erst gab es Computerattacken und sehr unfreundliche Kommentare und jetzt – nachdem wir das alles ganz gut überstanden haben – versucht er wohl den Druck noch zu erhöhen. Ich ahne, was er wollte. Wie ich ihn kenne, droht er Herrn Bridge gerade in diesem Moment mit weiteren Übergriffen…”.

Manfred schaute Lars Janssen an, doch dieser sah weiter mit konzentriertem Blick dem Treiben im Studio zu. “Da muss man doch was machen können?”, seine Frau zupfte ihn entrüstet am Ärmel: “Du, Lars! Was meinst Du?” “Zumindest ergibt das dann hier alles auch Sinn…”, erwiderte er nachdenklich und deutete durch die Glasscheibe: “Deswegen also dieses ganze Chaos. Deswegen das Spontan-Programm da drinnen. Ich hatte mich schon gefragt, worauf das alles hinauslaufen soll”. “Aber ganz so ist es nicht, Herr Janssen. Wir dachten auch am Anfang, dass wir eine Katastrophe erleben würden. Doch bis auf die Tatsache, dass wir unser Computersystem irgendwie künstlich am Laufen halten müssen, hat sich alles positiv entwickelt”, wandte Manfred ein: “Das offene Format kommt gut an und wenn wir keinen Blackout erleben, könnte der erste Sendetag erfolgreicher werden als gedacht. Schon jetzt haben wir weitaus mehr Zuschauer als erwartet. Ich glaube, wir sollten uns darauf einlassen. Die Menschen mögen das Chaos”. “Aber bitte, Herr März, nicht zu viel davon. Wenn Sie wollen, könnte ich jedoch mal…” Doch er wurde von James, Franka und Anabel unterbrochen, die in diesem Augenblick aus dem Technikraum stürmten.

“Oh Mann, ich bin so wütend!”. Franka flüsterte noch immer. “Was gibt es denn meine Liebe?” Mareike Janssen ging auf sie zu. “Der Schmidt droht jetzt ganz unverhohlen, dass wir innerhalb der nächsten Stunde den Blackout erleben. Ich habe ihm gesagt, dass er sich gehackt legen kann…”, James knurrte. “Nun mal nicht so hitzig, Herr Bridge”, beruhigte Lars Janssen die Gemüter: “So, wie ich es bisher verstehe, sind das alles Attacken, die sich nicht so ohne weiteres beweisen lassen”, stellte er fest. “Also sollten Sie im Moment auch keine Energie darauf verwenden. Dieser Schmidt kämpft mit unfeinen Mitteln, aber das heißt noch lange nicht, dass Sie sich auf dasselbe Niveau herunterziehen lassen. Zeigen Sie, dass Sie Klasse haben – gerade in dieser Situation”. “Genau!”, rief Manfred, dem eine Idee gekommen war: “Aikido statt Karate!” Mareike, Franka, James und Lars Janssen sahen ihn fragend an.

“Aikido statt Karate! Wir kämpfen nicht gegen ihn, sondern nutzen die Kraft seines Angriffs! Wir treten erstmal einen Schritt zurück und sehen zu, wie unser Angreifer durch seine eigene Energie ins Wanken kommt”. Manfred hätte in die Luft springen können. So gut gefiel ihm der Plan, der da gerade in seinem Kopf entstand.

22:25 Uhr

Manfred betrat mit Franka das Studio, nachdem sie Anabel zu Georgia in die Küche gebracht hatten. Die Kleine war schon weit über ihre Zeit, doch konnte und wollte sie vor lauter Aufregung nicht schlafen. Manfred dachte still für sich, dass es ihm gerade ebenso ging. Im Studio stand die stickige Luft und fühlte sich elektrisch aufgeladen an. Franka nahm einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche, die sie aus der Küche mitgebracht hatte.

“Du meinst wirklich?”, wollte sie noch einmal von Manfred wissen. Der nickte ihr aufmunternd zu: “Ja, lass uns in die Offensive gehen”. Er winkte Kesha W. McClelland, die gerade mit dem Mikrofon in der Hand auf ihn zukam, schüttelte jedoch mit dem Kopf, als sie ihn filmen wollte und bedeutete ihr, dass Franka was zu verkünden hatte. Kesha nickte und reichte Franka das Mikro.

“Hallo? Kannst Du mich hören, Curtis?” “Yep”, kam es über die Studiolautsprecher aus der Technik “Laut und deutlich”. “Gut, dann hört mir bitte alle kurz zu”, hob Franka an. Gaetana Esposito kam, auf etwas wackligen Beinen, herangelaufen und richtete die Kamera auf Franka. Doch sie war nicht die einzige. Wenigstens fünf weitere Smartphones, die Kamera des Filmteams vom NDB und Mads Handkamera zeigten auf sie. “Gut, es dauert auch nicht lange…” Ginger März unterbrach ihre Ansage, kam hinter dem Schreibtisch hervor und ging auf Manfred zu: “Gut gemacht”, hauchte er ihr ins Ohr.

“Also. Liebe Gäste, liebes Filmteam und vor allem liebes Publikum, Ihr an Euren Rechnern, an den Handys, Tablets oder wo auch immer ihr uns gerade sehen könnt. Ich bin Franka und hier bei Pocket mit meinem Team für das Social Media zuständig… Ihr habt bestimmt schon bemerkt, dass es heute etwas hektisch bei uns zugeht”, manche nickten. Rudy kam hinter dem Bühnenvorhang hervor, bei ihm untergehakt, Lesli Mingfei Schneider, den rosafarbener Lippenstift ganz verschmiert.

“Am Anfang wollten wir euch ein festes Programm bieten und hatten jede Sendeminute durchgeplant. Doch daraus wurde nichts. Schon vom ersten Moment an wurden wir unter Beschuss genommen: Wir wurden gehackt und in den Social-Media-Kanälen angegriffen. Man hat versucht, uns den Saft abzudrehen und ihr dürft euch nicht wundern, wenn irgendwann noch mal das Licht ausgeht. Und das Beste: Unser Moderator, den wir extra für diese Sendung angeheuert hatten, ist ein Mitarbeiter genau jenes Unternehmens, das hinter all dem steckt. Ein Mitbewerber aus Berlin. Doch darum geht es eigentlich nicht…” Franka machte eine Pause und zog Manfred März mit Ginger ins Bild.

“Das ist Manfred. Er ist der Geschäftsführer hier und der Mann von Ginger, die die News moderiert. Manfred – er hat vorhin was sehr Kluges gesagt…”, Franka knuffte ihn. “Ach, lass doch…”, sagte der verlegen. “Nein. Wenn schon, denn schon”, schüttelte sie den Kopf. “Manfred sagt, dass wir nicht kämpfen müssen, sondern die ganze Energie, die hier gerade entsteht, das ganze Durcheinander und die damit verbundenen Kraft, zu etwas Gutem machen können. Wie hast Du das noch gesagt?” “Aikido statt Karate”, meinte Manfred. “Ja, genau: Aikido statt Karate. Schon jetzt ist aus jeder Attacke, die wir erlebt haben, etwas Tolles entstanden. Zum Beispiel bei ihm…”, Franka griff sich nun Rudy und zog auch ihn neben sich. “Das ist Rudolf Huber, unser Alleskönner! Rudy, wie wir ihn nennen, hat vorhin einige Stunden moderiert und das ausgezeichnet gemacht”. Die Menge klatschte und Rudy nickte verlegen. Lesli, die an seiner Seite stand, himmelte ihn an. “Ach ja, und ganz nebenbei tut sich wohl auch gerade was an der Liebesfront, nicht wahr Rudy?” Rudy lief knallrot an, Lesli nickte eifrig.

“Tja, und das ist noch nicht alles”, fuhr Franka fort. “Einen ganz großen Dank noch Gaetana und Mads für die Kameras. Toll macht ihr das. Und wenn ihr mal verschnaufen wollt, dann macht das bitte auch. Ihr habt eine Pause verdient. Wie ich gesehen habe, filmen manche mit den Handys und streamen ihre Aufnahmen in die Technik”.

Franka ging ein paar Schritte auf die Couchkuhle zu und zeigte auf Tim Schumacher, Torril Laray und Markus, Tims neuen Mitarbeiter. “Und nun mal ein Satz zu unseren tollen Gästen. Wir hatten vorhin eine kleine Gesprächsrunde und dazu ein paar Gäste eingeladen: Tim, Torril und Kesha. Lustigerweise gefällt es den Dreien so gut hier, dass sie immer noch da sind”. Torril zuckte lachend mit den Achseln. “Uns freut das sehr! Tim hat sogar einen neuen Mitarbeiter gefunden. Und wer weiß – vielleicht kommen ja noch weitere dazu”. Franka winkte ihnen und schon kamen auch sie herüber zu der Gruppe um sie herum, die immer größer wurde.

“Nicht zu vergessen die Herren vom Norddeutschen Buntfunk, die einen kleinen Beitrag über uns machen und das mitten im Studio”, sie lachte: “Wunderbar. Fühlen Sie sich wie zuhause”. Franka sah, wie sich die Studiotür öffnete. Herein spazierten Julian und Daniel März. Sie trugen beide Overalls an die kleine LED-Lämpchen angebracht waren. “Toll. Manfred, ich sehe gerade, dass Deine beiden Söhne auch da sind. Hallo ihr beiden!” Mads M. Kristensen drehte die Kamera zu ihnen und filmte das kleine Lichtspektakel. “Nehmt Euch was zu trinken und kommt doch mal herüber…”. “Jetzt ist aber genug”, flüsterte Manfred ihr zu. “Nur noch einen Moment”, erwiderte Franka: Eins will ich noch sagen”.

Sie ging auf den Newsdesk zu und zeigte auf die Monitore: “Wie Ihr sehen könnt, veröffentlichen wir in unserer Sendung eure Kommentare. Und wir gehen auch darauf ein. Wenn ihr zum Beispiel Fragen an jemanden hier im Studio habt, seid nicht scheu und stellt sie. Und wenn sie ernst gemeint sind, geben wir sie sofort weiter. Durch die ganzen Turbulenzen, die wir heute erlebt haben, ist uns klar geworden, dass wir kein starres Konzept brauchen – sondern den Dialog. Warum sollen nur wir berichten und ihr nur sagen, ob es euch gefällt oder nicht. Nein, PocketStreamingTV will mit euch gemeinsam Programm machen. Und wenn einer von euch denkt, dass er was Spannendes zu erzählen hat, dann bitte: Komm gefälligst vorbei. Auf der Webseite seht ihr die Themen, aber wenn ihr meint, anderes ist wichtiger, dann sagt es uns. Macht einfach mit.” In diesem Moment griff Curtis nach dem Mikro.

“Ey Leute, ich bin Curtis”, rief er aufgeregt: “Eigentlich bin ich gerade in der Technik. Aber ich wollte nur mal sagen: Genießt die Show und denkt daran: Wir sind eine Familie! Leute. Eine Familie, oder?” “Natürlich”, schmunzelte Franka, als sie ihm sanft das Mikro wieder abnahm: “Also, denkt daran: Wer hier mitmachen will, schreibt uns – oder kommt am besten gleich vorbei. Das ist kein Spruch, das meinen wir ernst. Danke und viel Spaß noch”, Franka winkte in die Kamera und alle winkten mit. Es musste aussehen wie ein Flash Mob bei YouTube. Manfred war zufrieden.

22:45 Uhr

Manfred kam gerade in sein Büro, als sein Telefon klingelte. In fünf Minuten wollte er sich mit Franka im Social-Media-Raum treffen, also hatte er noch etwas Zeit. Die Nummer kannte er nicht. “März hier?” “Sind Sie das Manfred?”, hörte er eine hysterische Männerstimme. “Ja. Wer ist denn da?” “Was war denn das für eine gequirlte Hippie-Scheiße? Haben Sie es noch immer nicht gerafft? Oder bin ich bei dem Schwachkopf von Bridge nicht deutlich genug geworden?” “Schmidt?! Sind Sie das?” “Dreimal dürfen Sie raten…”, kam es zischend zurück. “Ich sag´s jetzt noch einmal: Wenn Sie so weitermachen, dann drehen wir Ihnen das Licht aus. Dann…”. “Ach, Sie meinen das mit den Hacking-Attacken. Na, Sie sehen ja selbst, dass uns das nicht im Geringsten geschadet hat. Ich gehe jetzt gleich zu Frau Kruse und bin mir sicher, dass die Zuschauerzahlen noch weiter gestiegen sind. Sie können sich sicher sein, dass wir…”. “Schnauze! Du alter Sack”. “Aber wer wird denn gleich so wütend werden? Übrigens habe ich keine Zeit für Ihre Kindereien. Da müssen Sie sich jemand anderen suchen”, bemerkte Manfred trocken. “Ich werde Euch…”, doch Manfred beendete das Gespräch und steckte sich das Handy in die Tasche. “Anfänger…”, sagte er und lachte laut auf.

Kurz darauf stand er mit Franka, Wanda und Nia vor Frankas Rechner und staunte nicht schlecht: “190.000 Zuschauer. Und das um diese Uhrzeit. Das ist der Wahnsinn”, rief Nia. Manfred spürte eine warme Hundeschnauze, die sich an seinem Knie rieb. Bella. Er strich ihr einige Male über den wuscheligen Kopf. “Ja, ich denke, wir sollten bei dem Konzept bleiben!” Da steckte Lesli den Kopf durch die Tür hinein: “Hallo, Mistel Mälz, Flanka? Habt Ihl Jenny gesehen?” “Nein”, antwortete Manfred. “Die hing die letzten Stunden mit dem Sänger herum”, meinte Wanda. “Florian?”, ergänzte Manfred. “Ja, genau, den Langen meine ich”, fügte Wanda hinzu. “Du bist also jetzt wieder am Empfang, Mingfei?”, schmunzelte Manfred. “Ja, wil haben abel ein kleines Ploblem”, ließ Lesli Mingfei Schneider nicht locker. “Was ist denn?”, fragte Manfred. “Kommen Sie und schauen Sie!” Manfred und Franka gingen zur Tür und betraten den Empfangsraum und starrten verblüfft auf die Menschenmenge.

“Was wollen die alle hier?”, fragte Manfred mit Blick auf Lesli. “Ich glaube, Hell Mälz, die wollen alle in die Sendung…”. “Ups. Da haben wir ja was in Gang gesetzt…”, feixte Franka: “Lesli, kannst Du vielleicht eine Reihenfolge mit den Herrschaften ausmachen? Alle gehen bestimmt nicht gleichzeitig in den Raum oben rein. Manche werden wohl noch mal wiederkommen müssen. Aber jeder kommt dran. Versprochen!”

“Gut, ich schau mal nach Jennifer und bitte sie, dir zu helfen. Danach wird sie aber mit den Leuten in die Maske müssen… Na, ich lass mir schon was einfallen, Lesli”, fügte Manfred hinzu. Die atmete einmal tief durch, dann ging sie lächelnd auf den ersten Gast zu.

Manfred lief durch den Gang, um den Social-Media-Raum herum, bis zum Panic-Room. Er öffnete die Tür und tatsächlich saß dort Jennifer Reed. Sie telefonierte. Er hörte noch ihren letzten Satz: “… Dann hast Du eben selber Schuld… Du kannst mir gestohlen bleiben!” Dann sprang sie auf. “Tut mir leid zu stören, aber Lesli braucht deine Hilfe am Empfang”, bat er sie. “Schon in Ordnung. Der Typ ist jetzt so was von Geschichte”, bemerkte sie kühl und ging.

Gleich 23 Uhr und er war gar nicht mehr müde, stellte er fest. “Was für ein Tag…”, ließ er sich kurzerhand in den Stuhl gleiten. “Nur ein paar Sekunden sitzen”, dachte er. Doch daraus wurde nichts, denn erneut klingelte sein Telefon. Schon wieder eine unbekannte Nummer. Ob Kevin noch nicht genug hatte?

Manfred nahm das Gespräch an, als die Tür aufging. Seine Zwillinge. “Ach hier bist Du Dad… Können wir Dich mal sprechen?”, fragte Daniel. Manfred starrte auf die blinkenden LED-Anzüge, als er die Stimme hörte: “Hallo? Hallo?” “Ach, hallo. Sind Sie es Kevin? Wenn Sie glauben, Sie könnten mich noch mal…”

“Halt”, wurde er unterbrochen. “Hier ist nicht Kevin Schmidt…” “Wer dann?”

“Hier ist Li, Lian Li! Auf ein Wort, Herr März…”

 

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Katrin Klemm

Kapitel 11: Wir sind eine Familie November 22, 2016

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