DIE KERNFORSCHER

Portrait: Bella Bellas Gedanken: Begleiter 19. Mai 2015

Alles was ich fühle, das fühle ich in diesem Moment. Alles was ich sehe, was ich höre, was ich rieche und schmecke geschieht in diesem einen Augenblick – der für mich der wichtigste ist. Alles geschieht im Jetzt!

Ich liege zwischen vielen Beinen. Die Menschen beachten mich nicht. Sie sind laut. Sie plaudern. Manche schlafen. Die Stimmung scheint gut zu sein. Das beruhigt mich. Es duftet süßlich und zugleich herb. So wie Menschen eben riechen. Ich schaue nach oben und sehe in das Gesicht des jungen Mannes der mich vor langer Zeit aus der Kälte gerettet hat. Er telefoniert und lächelt mich dabei an. Ich fühle mich gut. Sehr gut sogar. Unter mir rumpelt es. Wenn ich aus dem Fenster sehe, dann zieht eine endlose Reihe an Bäumen vorbei. Doch ich habe ein warmes Plätzchen, direkt neben dem Mann. Darum fühle ich mich geschützt und geborgen. Ich kann nicht sagen, wohin die Reise geht. Aber wer kann das schon?

Selbst in meinen dunkelsten Zeiten hatte ich keine Angst. Und wissen Sie warum? Weil ich nicht wusste, wohin mich das Leben im nächsten Moment führen würde. Ich glaube, Menschen malen sich vieles aus, doch dann kommt es stets ganz anders. Ich konnte mich sorgen, ja, sogar Angst haben vor dem was mich erwartet. Aber ich lag meistens daneben.

Wenn man in ständiger Furcht lebt, wird Angst zu einem unermüdlichen Begleiter auf der langen Reise die man Leben nennt. Wenn man sich ausmalt, was einem alles zustoßen könnte – selbst wenn es durchaus berechtigt ist – dann wird man hinter jeder Ecke Gefahr und in jedem Gesicht Betrug vermuten. Man wird voller Besorgnis und Herzklopfen seiner Wege gehen und keine Ruhe finden. Dabei ist es genau diese Ruhe, die uns das Gefühl gibt, dass – egal was kommen mag – wir die Welt am Ende lieben.

Als Hund, zumindest als alter Hund, weiß man um die Macht dieser Liebe. Aus ihr entstehen Zuversicht, Treue und Dankbarkeit. Und die sind allemal bessere Begleiter auf unseren Wegen. Mit ihnen kann man sich wohlig ins Warme neben Herrchen kuscheln, die Wolken und Bäume gelassen an sich vorbeiziehen lassen und sich auf die nächste Etappe der Reise freuen.

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Katrin Klemm

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