DIE KERNFORSCHER

Portrait: Bella Bellas Gedanken 1: Zuhause 9. Dezember 2014

Wissen Sie eigentlich genau, wo Sie hingehören?

Diese Frage hört sich vielleicht komisch an und Sie könnten es sich einfach machen und sagen: “Natürlich weiß ich das! Ich wohne in meiner Stadt, in meiner Straße, in meinem Haus hier und wenn ich von der Arbeit komme, dann sitze ich auf meinem Sofa – und das steht unverkennbar im Wohnzimmer meiner Wohnung” Doch das meine ich nicht.

Seit einiger Zeit lebe ich woanders, hat sich alles geändert. Ist alles neu. Eine neue Straße, ein neues Haus, eine neue Wohnung und ein – nicht ganz so – neues Sofa. Zwei Menschen, die ich noch gar nicht so lange kenne, die aber den ganzen Tag Zeit für mich haben. Die mich lange anschauen, mich streicheln und in ihrer Mitte sitzen lassen. Stundenlang. Die mich füttern, die mit mir sprechen, die aufmerksam und liebevoll sind. Nicht, dass es vorher nicht so war, aber seit einiger Zeit bin ich mir gar nicht mehr so sicher, wo ein Hund hingehört, wo ich hingehöre.
Ich bin auf jeden Fall woanders und ich weiß, dass das nicht immer schon so war. Aber ich habe das Gefühl, dass ich auch hier willkommen bin. Vielleicht mache ich mir auch viel zu viele Gedanken, so wie die Menschen es gerne tun, da sie nie genau wissen, ob sie nicht eigentlich woanders hingehören und ein Anrecht darauf hätten, deswegen unzufrieden zu sein.

So gehen die Wochen ins Land, wir sitzen meistens auf der Straße und schauen den Leuten zu, die an uns vorbei hasten und machen Musik. Das heißt die Menschen machen welche und ich summe ganz leise mit.

Ich habe mal gehört, dass man da zuhause ist, wo das Herz zuhause ist. Doch was, wenn man ein so großes Herz hat, dass darin so viel Platz ist, dass man sich überall niederlassen könnte und immer zuhause wäre? Es klingt wirklich etwas seltsam, wenn ein Hund das sagt, doch vielleicht haben auch Sie mal ein wenig Zeit, um inne zu halten, stehen (oder sitzen) zu bleiben und stellen dabei fest, dass sie genau da hingehören, wo das Leben Sie willkommen heißt. Denn eins ist klar: Es kann kein größeres Glück auf Erden geben, als genug Zeit zu haben, um herauszufinden, dass man für diese Erkenntnis keine Zeit benötigt.

 

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Katrin Klemm

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